Landesgartenschau Ingolstadt 2021
Park zwischen Industrie,
Kultur und Landwirtschaft
Die Landesgartenschau Ingolstadt stärkt den zweiten Grünring und schafft inmitten von Gewerbe- und Siedlungsstrukturen einen zukunftsweisenden Freiraum. Zwischen Gaimersheim und den Stadtteilen Friedrichshofen, Piusviertel und Hollerstauden entsteht eine grüne Lunge, die Naherholung, Naturerlebnis und Spiel vereint.
Die Gestaltung reagiert präzise auf die landschaftliche Lage zwischen Donauaue und fränkischem Jura: Geometrisch klare Formen, spannungsvoll gesetzte Achsen und differenzierte Raumabfolgen strukturieren das Gelände und schaffen visuelle und funktionale Bezüge zwischen Stadt und Landschaft.
Ein zentrales Element ist die Landmarke im Norden – zwei modellierte Hügel, verbunden durch einen Steg, bilden einen topografischen Höhepunkt und bieten Orientierung im großmaßstäblichen Umfeld. Darunter entfaltet sich ein inklusiver Spielbereich mit hohem Erlebniswert: barrierefreie Trampoline, Kletterseile, Klangobjekte und taktile Elemente laden Kinder mit und ohne Handicap zum gemeinsamen Entdecken ein. Die Gestaltung verbindet Inklusion mit ästhetischer Qualität und räumlicher Dramaturgie.
Ein besonderes Highlight ist das Wasserspiel, das als verbindendes Element zwischen Spiel und Landschaft wirkt. Inmitten der modellierten Spiellandschaft entsteht ein flacher Wasserlauf mit interaktiven Zonen: Sprühdüsen, Bodenfontänen und kleine Wasserbecken laden zum Planschen, Beobachten und Experimentieren ein. Die Wasserinszenierung ist nicht nur spielerisch attraktiv, sondern auch gestalterisch präzise eingebettet – sie folgt den geometrischen Linien des Geländes und schafft durch Reflexion und Bewegung eine atmosphärische Tiefe. Die Kombination aus Wasser, Relief und Vegetation erzeugt ein dynamisches Raumerlebnis, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht.
Die Apfelbaumwiese im Übergang zur offenen Feldflur verbindet landschaftliche Einbindung mit spielerischer Gestaltung. Skulpturale Spielobjekte in Apfelform wirken als belebende Elemente und laden zum Entdecken ein. Die Spielräume sind thematisch und gestalterisch miteinander verknüpft und fördern durch ihre offene Struktur individuelle Spielideen.
Das Projekt zeigt, wie durch präzise gesetzte Landschaftsarchitektur neue Erlebnisräume entstehen, die soziale Teilhabe, ökologische Qualität und gestalterische Innovation vereinen – mit dem Wasserspiel als lebendigem Zentrum für Bewegung, Begegnung und Sinneserfahrung.
Projektdaten
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Fläche23 ha
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Projektzeitraum2014 – 2022
Entwurf:
Matthias Därr
Freier Landschaftsarchitekt
Örtliche Bauüberwachung:
Großberger Beyhl
Partner Landschaftsarchitekten mbB
Auszeichnungen:
2014 - 1. Preis Offener Wettbewerb
Landesgartenschau 2020
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PARADIGMEN
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Multicodierung
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Gartenschau
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Wasser
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Regenwassermanagement
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Fahrradinfrastruktur
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Bürger:innenbeteiligung
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Sport und Spiel
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Barrierefreiheit







neue räume für stadt, natur und spiel