Magdeburg Hyparschale
Die Hyparschale, mit ihrer besonders leichten und markanten Architektur (Sanierung durch gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner), liegt im Kontext des historisch gewachsenen Stadthallenareals. Das Gelände ist geprägt durch seinen historischen Baumbestand und die Vielzahl der heute noch gut lesbaren Zeitschichten im Rotehorn Park.
Architektonisch hebt sich das in den 60er Jahren entstandene Gebäude vor allem durch seine Kubatur und die leichte Baukonstruktion aus Beton und Glas hervor. Eingebunden zwischen baumbestandenen Wiesenflächen im Norden und Westen des Gebäudes, der langen repräsentativen Promenade, mit ihren wegebegleitenden Retentionsbecken im Osten und der Eventplaza mit der angeschlossenen Stadthalle im Süden, entsteht ein vielseitiges und stimmiges Gesamtensemble.
Dem Umgriff der Hyparschale kommt hierbei eine ganz besondere Rolle zu. Stadthalle, Eventplaza und Hyparschale liegen wie Perlen auf einer Kette. Eventplaza und Umgriff werden durch einen einheitlichen, lebendigen Bodenbelag miteinander verbunden. Großformatige Betonplatten in changierender Farbgebung, zwischen Hellgrau und Anthrazit, legen sich wie ein Teppich über die Raumfolge.
Der Umgriff der Hyparschale nimmt hierzu die quadratische Grundform des Gebäudes auf und betont die Sonderwirkung als Abschluss der „Kette“. Die freiliegenden Tragwerkselemente aus Beton versinken zwischen den Platten im Boden, während sich Grüne Inseln in Ausrichtung des Plattenbelages und Betonblöcke aus dem Boden erheben. Sie lockern das Gesamtbild der Fläche auf und schaffen transparente und kompakte Rückzugsräume für Besuchende und Personal. Die Grüninseln sind mit leichten Gräsern, Kräutern und trockenheitsliebenden Stauden bepflanzt, welche durch eine graue Mineralschotterung die Leichtigkeit der Architektur unterstützen. Ergänzt werden die Grünstreifen durch schirmförmige Amelanchier lamarckii, die sich als leichte Farbtupfer auf dem Platz verteilen. Die locker an den Eingängen verstreuten Betonblöcke laden zum Sitzen, Rasten und Studieren von Architektur, Mensch und Umfeld ein.
Die Entwässerung des anfallenden Regenwassers erfolgt über die umliegenden Grünflächen und großzügig bepflanzte Retentionsbecken mit Sickerschlitzen bis tief in die sickerfähigen Schichten unter dem anstehenden Aulehm (zukünftig) auf der im Osten angrenzende Promenade und der Wiesenfläche im Westen gelegen. Neben dem naturnahen Versickerungsansatz sind die Retentionsbecken gleichzeitig als Verdunstungsbeete mit partieller Regenrückhaltung konzipiert.
Mit dem Ziel einen langlebigen und nachhaltig nutzbaren Raum zu schaffen, wurde die sich aus dem denkmalpflegerischen Kontext ergebende Betonfläche mit einem repräsentativen Charakter, alltagstauglicher Aufenthaltsqualität und einem zeitgemäßen Regenwassermanagement versehen. Eine lebendige, klimaresiliente und trockenheitsangepasste Pflanzenauswahl ergänzt diesen Ansatz.
Projektdaten
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Fläche6410 m²
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Projektzeitraum2019 - 2025
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PARADIGMEN
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Modernisierung
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Instandsetzung
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Hyparschale
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Freianlagen





